Aufgepasst! 10 beliebte Abzockmaschen in Indien

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Indien ist bunt. Indien ist exotisch. Indien ist anders. Das weiß wohl jeder. Doch was viele vor ihrer ersten Indienreise nicht wissen: Indien ist auch ein ziemlich raues Pflaster! Trickdiebe, Betrüger und Hochstapler warten nur darauf, dir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Bevor du also nach Indien reist, solltest du besser wissen, was dich erwartet. Hier ein paar der beliebtesten Klassiker, mit denen Touristen in Indien um ihr Geld erleichtert werden.

1. Der Rickshawfahrer will dir erzählen, dass es dein Hotel nicht mehr gibt
Erfreut sich nicht nur in Indien, sondern eigentlich weltweit an größter Beliebtheit. Der Rickshawfahrer wird dir erzählen, dass es dein Hostel nicht mehr gibt. Ob abgebrannt, von den Behörden geschlossen oder einfach nur Pleite. Hier zeigt sich des gewieften Geschäftsmannes besonders kreative Ader. Tatsächlich will er dich nur zu einer Unterkunft bringen, für die er eine Provision kassiert.

2. Der „Kaputte“ Taxameter
Es ist wahrscheinlich einfacher einem Elefanten Ballett beizubringen, als einen indischen Taxifahrer dazu zu bewegen, den Taxameter einzuschalten. Seit einiger Zeit müssen jedoch in einigen größeren Städten wie Mumbai und Kolkata Fahrer den Meter anschalten und mancherorts für die Taxifahrt sogar eine Quittung ausstellen. Doch in der Praxis sieht es oft so aus, dass die Fahrer darauf setzen, dass du als Ausländer davon gar nichts weißt oder sich einfach weigern den Zähler einzuschalten. Einige versuchen es wenigstens noch mit höflichen Ausreden, z.B dass das Taxameter kaputt sei, aber oft machen die Fahrer einfach gar keinen Hehl daraus, dass sie dir den dreifachen Fahrpreis abziehen wollen.

3. Der Manipulierte Taxameter
Falls du es doch einmal schaffen solltest, dass ein indischer Rickshawfahrer das Taxameter für dich einschaltet, dann gib acht, dass es nicht zu schnell läuft. Viele Zähler sind manipuliert und laufen viel schneller als sie eigentlich sollten. Pro Kilometer solltest du nicht wesentlich mehr als 20-30 Rupien zahlen. (Stand 2015)

4. Der Simkarten-Trick
In Indien kannst du nicht nicht einfach im nächstbesten Laden eine Sim-Karte kaufen. Als Ausländer musst in Indien beim Kauf einer Sim-Karte nicht nur eine Kopie des Reisepasses vorlegen, sondern auch ein Passbild. Anschließend wird diese dann auf deinen Namen registriert. Falls dir doch jemand eine Sim-Karte ohne diesen ganzen Papierkram andrehen will, dann ist es entweder eine gebrauchte Sim, auf der du dann täglich dutzende Werbeanrufe und SMS empfängst, oder sie wird nie freigeschaltet werden und du hast die 500 Rupien in den Sand gesetzt.

5. Plötzlicher Gedächtnisschwund bei der Geldrückgabe
Typische Situation: Du kaufst dir an einem Straßenstand etwas zu Essen und bezahlst mit einer großen Banknote, sagen wir 500 Rupien. Du bekommst aber nur 10 Rupien Wechselgeld. Der Verkäufer wird dir sagen, dass du nur mit einer 50 Rupee-Note bezahlt hast. Ich persönlich finde diese Masche insofern knifflig, da man sich ja auch selbst gar nicht immer hundertprozentig sicher ist, mit welcher Banknote man nun jetzt genau bezahlt hat. Schon gar nicht bei dem Chaos in Indien. Da kann es durchaus mal vorkommen, dass man sich irrt und den Armen vielleicht zu Unrecht des Betruges bezichtigt! Bist du dir allerdings sicher, solltest du hart bleiben und auf dein Wechselgeld bestehen. Am besten noch ein paar vorbeigehende Passanten ansprechen. Das hilft dem Gedächtnis des Verkäufers oft schnell auf die Sprünge ;)

6. „REAL CASHMERE AND PASHMINA, ONLY 1000 RUPEES!“

Indien hat über eine Milliarde Menschen – und gefühlt genau so viele Läden, die Schals aus angeblich echter Seide oder Kaschmir-Wolle zu Schleuderpreisen verticken. Selbst wenn du die 1000 Rupien auf 200 runterhandelst, zahlst du trotzdem noch zu viel für den Ramsch. Echte Kaschmirwolle – vor allem aber Seide, sind sündhaft teuer. Und zwar überall, auch in Indien!

7. Pushkars „Heilige“ Priester
Ein ganz großer Klassiker: Du sitzt am heiligen See und plötzlich kommt seine Heiligkeit vorbei, ein echter „Holy Man“. Fesche Robe, lächeln, Namaste! Er drückt dir ein Blümchen in die Hand, segnet dich und wünscht dir Gesundheit und alles Glück auf Erden – Und sich selbst 1000 Rupien. Von dir! Wenn du nicht zahlst, so die Drohung, wird der dich verfluchen. Na dann: Soll er doch!
Für Heilige Stätten in Indien gilt: Spende immer in die Spendenbox.
Sehr beliebte Masche in Varanasi und Pushkar.

8. Der Milch-Trick
Hat mich auf kaltem Fuß in Delhi erwischt: Eine Frau mit Kleinkind auf dem Arm spricht dich an. Sie bittet dich, ihrem Kind zu helfen. Besteht aber darauf, kein Geld anzunehmen. Stattdessen bittet sie dich um Milch für das Baby.„Eine Flasche Milch für das Baby? „Warum nicht!“, denkst du dir. Da kann ich doch nichts verkehrt machen! Pustekuchen. Im Laden angekommen entpuppt sich das Milchfläschchen als Monatspackung Milchpulver. Natürlich wirst du jetzt wegen den paar Euro nicht knausern und das Zeug kaufen. Ist ja schließlich für’s Baby! Und genau darauf wetten die drauf. Du kaufst das Pulver, in dem Glauben etwas Gutes zu tun, doch tatsächlich stecken die Frau und der Ladenbesitzer unter einer Decke. Sobald du außer Sichtweite bist, tauscht sie die Milch wieder um und teilt sich mit ihrem Komplizen das Geld. Oft bleibt das Geld auch nicht bei den Frauen, sondern findet seinen Weg in die Taschen diverser Mafia-Kartelle. Ich finde diese Masche besonders traurig, da sie Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit einfach vollkommen schamlos ausnutzt. Ich glaube auch, dass genau Gaunereien wie diese der Grund sind, warum so viele Touristen in Indien irgendwann einfach nur noch abstumpfen. Mein Tipp: Reiß ein großes Loch in die Packung, dann kann sie das Milchpulver nicht mehr umtauschen und es besteht tatsächlich eine geringe Chance, dass das Kind etwas von dem von dir gekauftem Milchpulver sieht.

9. Überhöhte Provisionen für Zugtickets
Wem der Gang zum Bahnhofsschalter zu aufwendig ist und auch kein Account bei Indian Railways besitzt, um mit Apps wie ClearTrip online Tickets zu buchen, dem bleibt als Alternative nur noch eines der vielen Buchungsbüros. Doch Vorsicht: Die Provisionen unterscheiden sich hier erheblich. Nicht nur vergleichen lohnt sich, sondern auch handeln. Oft lässt sich über die Höhe der Gebühr reden. Generell würde ich persönlich nie mehr zahlen als 100 Rupien pro Ticket (Stand 2015). Mehr zum Thema Bahnfahren und Fahrkartenkauf  in Indien hat Feli auf ihrer Website Travelicia.

Und zum Schluss:

10. Geschenke sind niemals gratis!

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